Michael J. Hußmann: AgentS Manual (1992)
Version 1.2.3 vom 19.4.1992
AGENTS ist ein Simulator für Multi-Agenten-Systeme, dessen Konzept sich an der konstruktivistischen Erkenntnistheorie Humberto Maturanas und der Auffassung von Handlung als „situated action“ orientiert. Ein weiterer Einfluß war Eric Werners Theorie der Kooperation autonomer Agenten . Ein Teil des theoretischen Hintergrunds wird in beschrieben. Wichtige Eigenschaften des AGENTS-Konzepts sind u.a.:
- Es gibt keine objektiv strukturierte Welt, die von den Agenten zu erkennen wäre. Entsprechend der konstruktivistischen Sichtweise wird die Umgebung als Auslöser von Interaktionen (Perturbationen und destruktiven Interaktionen) der Agenten modelliert, wobei die Struktur eines Agenten bestimmt, was Perturbationen bzw. destruktive Interaktionen für diesen Agenten sind, und wie sie von ihm verarbeitet werden.
- Kommunikation ist in AGENTS-Modellen nicht primitiv, sondern muß explizit durch die Veränderung von Eigenschaften oder die Erzeugung von Objekten sowie die dadurch ausgelösten Perturbationen anderer Agenten modelliert werden.
- Die Handlungen eines Agenten werden als „situated action“ aufgrund des aktuellen internen Zustands eines Agenten durch Reaktionsregeln ausgewählt. „Pläne als Ressourcen“ können als Elemente des internen Zustands modelliert werden, die von den Reaktionsregeln interpretiert werden.
