USB-Steckernormierung: Die EU meint’s ja gut
5. Oktober 2022, 02:50 Uhr
Die verschiedenen Institutionen der EU haben sich jetzt darauf verständigt, und wenn es von allen Mitgliedsstaaten der Union beschlossen ist, tritt die Verordnung voraussichtlich Mitte 2024 in Kraft: Wiederaufladbare elektronische Geräte müssen dann eine USB-C-Ladebuchse besitzen. Aber was haben wir davon?

250 Millionen Euro könnten auf diesem Wege eingespart werden, weil nicht mit jedem Gerät ein weiteres Ladekabel und gegebenenfalls ein Ladegerät mitgeliefert werden müsse, wie der EU-Industriekommissar Thierry Breton ausgerechnet hat. Zudem ließe sich der in jedem Jahr anfallende Elektroschrott um 1000 Tonnen pro Jahr reduzieren.
Allerdings ist es ja schon heute so, dass man selten mehr als je ein USB-Kabel mit USB-C-, Micro-USB- und Lightning-Stecker benötigt, und wenn man nicht alle Geräte ohne USB-C entsorgen (und noch mehr Elektroschrott produzieren) will, wird man diese Kabel – und vielleicht noch ein paar weitere mit Steckern für noch ältere Geräte – auch noch ein paar Jahre brauchen. Und wer weiß, was für ein Steckertyp dann der Industriestandard ist.
Im Grunde wird so ein Problem zu lösen versucht, das gar keines mehr ist. Die Hersteller über USB aufgeladener Geräte müssten bloß darauf verzichten, Kabel und Ladegeräte beizulegen. In einem elektronik-affinen Haushalt sind ja ohnehin alle nötigen Kabel vorhanden, und es ist auch nicht mehr nötig, Dutzende Ladegeräte vorrätig zu halten. Ein einziges modernes GaN-Netzteil kann mehrere Geräte gleichzeitig aufladen oder mit Strom versorgen, und dank der Galliumnitrid-Technologie wird es dabei nicht einmal heiß. Diese technische Entwicklung hat bereits die Produktion von Milliarden Steckernetzteilen überflüssig gemacht, und mit welchem Kabel und Stecker die elektrische Leistung dann dem Gerät zugeführt wird, ist weitgehend irrelevant.
